Sicherheit beim Magnetfischen: Munition im Wasser, Ufer und Handhabung

Die wichtigste Seite fürs Magnetfischen: In Kanälen, Flüssen und Seen liegt besonders häufig Munition. Ein Magnet zieht sie unter Umständen direkt hoch. Diese Seite erklärt klar, warum du solche Objekte nie anhebst, wie du reagierst – und wie du dich am Ufer sicher hältst.

Zuletzt geprüft am · von Sylvia Falbesoner


Warnhinweis zu Kampfmitteln an einem Uferzugang, im Hintergrund ein ruhiger Kanal (KI-generierte Illustration)Bild mit KI erstellt

Munition im Wasser ist besonders häufig

In Kanälen, Flüssen, Häfen und Seen wurde nach den Weltkriegen sehr viel Munition versenkt – oft gezielt „entsorgt“. Beim Magnetfischen ist die Gefahr, auf Kampfmittel zu stoßen, daher höher als an Land. Ein starker Magnet zieht Granaten, Geschosse oder Munitionsteile unter Umständen direkt an die Oberfläche. Es gibt nur eine richtige Reaktion: nicht anheben, nicht antasten.

Das soll dir das Hobby nicht vermiesen – die allermeisten Touren verlaufen ohne einen solchen Fund. Aber wenn es passiert, entscheidet dein Verhalten in den ersten Sekunden über deine Sicherheit und die anderer. Präg dir die Regel lieber einmal zu viel ein.

Wenn der Magnet ein Verdachtsobjekt hochbringt

Alles, was länglich, zylindrisch oder eiförmig ist, an Granaten, Geschosse oder Patronen erinnert, verkrustet und schwer wirkt – behandelst du als Kampfmittel, bis das Gegenteil erwiesen ist. Im Zweifel gilt immer die vorsichtigere Annahme.

So reagierst du richtig

  • Das Objekt am Magnet nicht aus dem Wasser heben.
  • Das Seil vorsichtig lockern und das Teil, wo möglich, wieder ablassen.
  • Abstand nehmen und andere fernhalten.
  • Die Stelle merken (Ufermarke, GPS/Koordinate).
  • Polizei und Entminungs- bzw. Kampfmittelräumdienst verständigen.

Das darfst du niemals

  • Das Objekt an Land ziehen, anfassen oder bewegen.
  • Es abklopfen, reinigen oder trocknen.
  • Es mitnehmen oder an anderer Stelle versenken.
  • Dich nah heranbeugen, um es zu fotografieren.
  • Es auf eigene Faust „entschärfen“ wollen.

Im Verdachtsfall verständigen:

Notruf Österreich (Polizei): 133 Euronotruf: 112

In Deutschland läuft die Meldung über die Polizei (110) bzw. den Kampfmittelräumdienst des jeweiligen Bundeslandes. Die Polizei leitet die Meldung an den zuständigen Entminungs- bzw. Kampfmittelräumdienst weiter.

Dieselbe Regel gilt an Land wie im Wasser. Die ausführliche Anleitung – woran du Verdachtsobjekte erkennst und wie du dich verhältst – steht auf unserer wichtigsten Seite: Blindgänger & Kampfmittel. Lies sie, bevor du das erste Mal fischst.

Sicherheit am und im Wasser

Neben Kampfmitteln birgt das Ufer selbst Risiken, die man leicht unterschätzt:

  • Rutschige, steile Ufer. Nasser Stein, Schlamm und Algen sind extrem glitschig. Festes, rutschsicheres Schuhwerk und ein sicherer Stand vor jedem Zug sind Pflicht.
  • Sog des Magneten. Beim Bergen schwerer Teile kann dich der Ruck aus dem Gleichgewicht bringen. Zieh mit dem Rücken zur sicheren Seite, nie mit dem Wasser im Rücken.
  • Scharfe, rostige Kanten. Schnittfeste Handschuhe schützen vor Verletzungen – rostige Wunden gehören ärztlich versorgt (Tetanus).
  • Allein unterwegs. Sag jemandem, wo du bist, und nimm ein geladenes Handy mit. Bei tiefem oder strömendem Wasser gilt besondere Vorsicht.

Ruhig bleiben, klar handeln

Kein Grund zur Panik, aber jeder Grund zur Sorgfalt. Wer die Regel kennt, handelt im Ernstfall richtig – und der Entminungsdienst erledigt den Rest. Genau dafür gibt es diese Fachleute.